NUS-Forschung entwickelt von KI angetriebenes “Auge” für sehbehinderte Menschen, um Objekte “sehen” zu können

(SeaPRwire) –   SINGAPUR, 6. Feb. 2024 — Lebensmittel einkaufen ist für viele von uns eine alltägliche Tätigkeit, doch für sehbehinderte Menschen kann die Identifizierung von Lebensmitteln eine Herausforderung sein. Ein Team von Forschern der National University of Singapore’s School of Computing (NUS Computing) hat AiSee vorgestellt, ein erschwingliches tragbares Hilfsgerät, das Menschen mit Sehbehinderung hilft, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) Gegenstände um sie herum „zu sehen“.

Menschen mit Sehbehinderungen stehen täglich vor Hürden, insbesondere bei der Objekterkennung, die sowohl für einfache als auch für komplexe Entscheidungen von entscheidender Bedeutung ist. Fortschritte in der KI haben die Fähigkeit zur visuellen Erkennung zwar drastisch verbessert, doch die praktische Anwendung dieser fortschrittlichen Technologien bleibt eine Herausforderung und ist fehleranfällig.

AiSee, das erstmals 2018 entwickelt und über einen Zeitraum von fünf Jahren schrittweise verbessert wurde, zielt darauf ab, diese Einschränkungen durch die Nutzung modernster KI-Technologien zu überwinden.

“Mit AiSee möchten wir den Nutzern eine natürlichere Interaktion ermöglichen. Durch einen menschenzentrierten Designprozess haben wir Gründe gefunden, den typischen Ansatz, eine mit einer Kamera erweiterte Brille zu verwenden, in Frage zu stellen. Menschen mit Sehbehinderungen tragen möglicherweise keine Brille, um Stigmatisierung zu vermeiden. Daher schlagen wir eine alternative Hardware vor, die einen diskreten Knochenleitungskopfhörer enthält”, so der leitende Forscher des Projekts AiSee, Associate Professor Suranga Nanayakkara, vom Department of Information Systems and Analytics bei NUS Computing.

Der Benutzer muss lediglich ein Objekt festhalten und die eingebaute Kamera aktivieren, um ein Bild des Objekts aufzunehmen. Mithilfe von KI identifiziert AiSee das Objekt und liefert auf Anfrage des Benutzers weitere Informationen.

Wie funktioniert AiSee?

AiSee besteht aus drei Schlüsselkomponenten:

(1) Das Auge: Vision Engine-Computersoftware

AiSee verfügt über eine Mikrokamera, die das Sichtfeld des Benutzers erfasst. Dies bildet die Softwarekomponente von AiSee, die auch als „Vision Engine Computer“ bezeichnet wird. Die Software ist in der Lage, Merkmale wie Text, Logos und Etiketten aus dem aufgenommenen Bild zur Verarbeitung zu extrahieren.

(2) Das Gehirn: KI-gestützte Bildverarbeitungseinheit und interaktives Q&A-System

Nachdem der Benutzer ein Foto des interessierenden Objekts aufgenommen hat, verwendet AiSee ausgefeilte Cloud-basierte KI-Algorithmen, um die aufgenommenen Bilder zu verarbeiten und zu analysieren, um das Objekt zu identifizieren. Der Benutzer kann auch eine Reihe von Fragen stellen, um mehr über das Objekt zu erfahren.

AiSee verwendet fortschrittliche Text-to-Speech- und Speech-to-Text-Erkennungs- und Verarbeitungstechnologie, um Objekte zu identifizieren und die Fragen des Benutzers zu verstehen. Angetrieben von einem großen Sprachmodell zeichnet sich AiSee durch interaktiven Frage-und-Antwort-Austausch aus, sodass das System die Fragen des Benutzers schnell und informativ erfassen und beantworten kann.

Im Vergleich zu den meisten tragbaren Hilfsgeräten, die eine Smartphone-Kopplung erfordern, arbeitet AiSee als eigenständiges System, das ohne zusätzliche Geräte unabhängig funktionieren kann.

(3) Der Lautsprecher: Knochenleitungssoundsystem

Der Kopfhörer von AiSee verwendet die Knochenleitungstechnologie, die die Schallübertragung durch die Schädelknochen ermöglicht. Dies stellt sicher, dass Menschen mit Sehbehinderungen akustische Informationen effektiv empfangen können, während sie dennoch Zugang zu externen Geräuschen wie Gesprächen oder Verkehrslärm haben. Dies ist besonders wichtig für sehbehinderte Menschen, da Umgebungsgeräusche wichtige Informationen für die Entscheidungsfindung liefern, insbesondere in Situationen, in denen Sicherheitsüberlegungen eine Rolle spielen.

“Derzeit haben sehbehinderte Menschen in Singapur keinen Zugang zu KI-Hilfstechnologien dieser Komplexität. Daher glauben wir, dass AiSee das Potenzial hat, sehbehinderten Menschen zu helfen, Aufgaben selbstständig zu erledigen, für die sie derzeit Hilfe benötigen. Unser nächster Schritt besteht darin, AiSee erschwinglich und für die breite Masse zugänglich zu machen. Um dies zu erreichen, nehmen wir weitere Verbesserungen vor, darunter ein ergonomischeres Design und eine schnellere Verarbeitungseinheit”, erklärte Prof. Nanayakkara.

NUS-Student Mark Myres, der als sehbehinderter Nutzer am Test von AiSee mitgewirkt hat, sagt: „Oftmals scheinen Hilfsgeräte sehr auf vollständig blinde oder sehbehinderte Menschen ausgerichtet zu sein. Ich denke, AiSee ist eine gute Mischung. Sowohl sehbehinderte als auch blinde Menschen könnten davon profitieren.“

Benutzertests und weitere Verbesserungen

Assoc Prof. Nanayakkara und sein Team befinden sich derzeit in Gesprächen mit SG Enable in Singapur, um Benutzertests mit Sehbehinderten durchzuführen. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die Funktionen und die Leistung von AiSee zu verfeinern und zu verbessern. Darüber hinaus hat B.P. De Silva Holdings Pte Ltd eine großzügige Spende in Höhe von S$150.000 für das Projekt bereitgestellt.

Die Entscheidung von BPH, zur Entwicklung von AiSee beizutragen, basiert auf dem Engagement für soziale Unternehmensverantwortung und dem aufrichtigen Wunsch, einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft mit dem Ziel zu nehmen, Inklusion und Barrierefreiheit zu fördern. Das philanthropische Vorhaben spiegelt auch den Glauben an die transformative Kraft der Technologie wider, um gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen und eine gerechtere und integrativere Welt zu schaffen.

Frau Ku Geok Boon, Chief Executive Officer von SG Enable, sagte: „Innovative Lösungen, die durch unterstützende Technologien ermöglicht werden, können das Leben von Menschen mit Behinderungen verändern, sei es, dass sie ein unabhängigeres Leben führen oder Hindernisse für eine Beschäftigung abbauen. Als zentrale Agentur und Sektorenermöglicher für Behinderung und Inklusion in Singapur arbeitet SG Enable gerne mit Partnern wie NUS und B.P. De Silva Holdings Pte Ltd zusammen, um Technologie zu nutzen, um Menschen mit Behinderungen zu stärken.“

Über dieses Projekt hinaus versucht SG Enable auch, mit NUS zusammenzuarbeiten, um zu untersuchen, wie KI, Mensch-Computer-Schnittstelle und unterstützende Technologie Menschen mit Behinderungen mehr technologische Möglichkeiten bieten können.

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