Oracles Aktienkurs sinkt trotz Investitionen in KI

Oracle Stock

Oracle (NYSE: ORCL), der von Larry Ellison mitgegründete Enterprise-Software-Riese, hat in den letzten Monat um etwa 5% nachgegeben, trotz schwerer Investitionen in KI. Das Unternehmen hat seine Bemühungen um KI-getriebene Innovation bisher nicht in die erwartete Aktienperformance umsetzen können. Es stellt sich die natürliche Frage: Warum ist das der Fall?

Der Hauptgrund für den Rückgang des Aktienkurses lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Die Monetarisierung von KI erfordert mehr Zeit als zunächst angenommen. Laut Pat Walravens, einem Analysten von Citizens JMP Securities, ist dies ein häufiges Thema in der Technologiebranche. Die Geschichte der Technologieannahme hat gezeigt, dass die Erzielung erheblicher Renditen aus KI-Investitionen oft Geduld erfordert.

Die Ergebnisse des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2024 von Oracle zeigten einen Anstieg des Umsatzes um 8,7% im Vergleich zum Vorjahr, was einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Wachstum von 18% im gleichen Zeitraum 2022 entspricht. Das Unternehmen hat generative KI-Funktionen in seine Software as a Service (SaaS)-Angebote integriert und gleichzeitig Rechenzentren aufgebaut, um die erforderliche Rechenleistung für KI-Modelle bereitzustellen. Diese Bemühungen spiegeln sich jedoch noch nicht positiv in seinen Finanzzahlen wider.

Jamie Meyers, ein Analyst von Laffer Tengler Securities, wies darauf hin, dass der erhebliche Kapitaleinsatz für den Hochlauf von KI-Produkten den freien Cashflow negativ beeinflusst. Dies wirkt sich wiederum auf die kurzfristige Bewertung des Unternehmens aus, wird aber als Kompromiss für ein höheres langfristiges Wachstum angesehen.

Trotz der Herausforderungen verzeichnete Oracle steigende Nachfrage nach seinen Dienstleistungen, einschließlich Cloud-Computing. Allerdings kämpft das Unternehmen wie viele andere auch darum, genügend Graphics Processing Units (GPUs) für den Aufbau seiner Cloud-Infrastruktur zu sichern. Darüber hinaus hat die 28 Milliarden Dollar teure Übernahme des Medizin-Datenunternehmens Cerner ihre eigenen Herausforderungen mit sich gebracht, einschließlich des Übergangs von Lizenzen zu einem cloud-basierten Abonnementmodell.

Die Integration von Cerner bei Oracle war schwierig, und der zehnjährige, 16 Milliarden Dollar schwere Vertrag mit dem Ministerium für Veteranenangelegenheiten hat Rückschläge und Neuverhandlungen erfahren.

Dennoch befindet sich Oracle nicht in einer aussichtslosen Lage. Die Investitionen des Unternehmens in KI und Gesundheitswesen werden sich voraussichtlich auszahlen, aber die entscheidende Frage ist, wann und wie gut sie diese Initiativen umsetzen.

Einige Analysten sind der Meinung, dass der jüngste Rückgang der Oracle-Aktie eine Kaufgelegenheit darstellen könnte. Obwohl kurzfristig Herausforderungen bestehen, wird Oracle im Vergleich zu seinen Wettbewerbern als relativ preiswert angesehen, wenn man sein Wachstumspotenzial und den Ausblick für 2024 berücksichtigt.

John DiFucci von Guggenheim, der Oracle mit „Kaufen“ bewertet, sieht das Unternehmen als möglichen Nutznießer des Booms bei generativer KI und betont, dass massive Datenmengen und Rechenleistung in der Cloud für den Betrieb von KI-Workloads unerlässlich sind.

Die Anleger müssen abwarten, um die Ergebnisse der KI-Investitionen von Oracle zu sehen, wobei der KI-Umsatz laut Jefferies-Analyst Brent Thill im Geschäftsjahr 2025 deutlich ansteigen soll.

In der Zwischenzeit bleibt die entscheidende Frage: Wann wird Oracle genügend Nvidia-GPUs haben, um den Auftragsstau bei KI-Aufträgen abzuarbeiten? Werden andere Anbieter wie AMD eingreifen, um den GPU-Mangel zu lindern und Oracle bei der Bewältigung dieses Flaschenhalses zu helfen?