Benins Opposition hofft auf Erfolg bei Parlamentswahl

In Benin wird an diesem Sonntag ein neues Parlament gewählt. Die Abstimmung gilt als wichtiger Test für die Stabilität des Landes, das einst als demokratischer Vorzeigestaat in Westafrika galt. Entscheidend ist, ob oppositionellen Parteien die Rückkehr ins Parlament gelingt.

2019 waren politische Gegner von Staatspräsident Patrice Talon praktisch von der Wahl ausgeschlossen worden. Zur Wahl antreten durften lediglich zwei Parteien, die Talon direkt unterstützten. In diesem Jahr jedoch bezeichnen sich von den insgesamt sieben zugelassenen Parteien drei als Oppositionsparteien. Sie hoffen auf eine möglichst hohe Wahlbeteiligung und einen reibungslosen Ablauf der Abstimmung, nachdem die vergangene Wahl von einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung, tödlicher Gewalt und einer Abschaltung des Internets geprägt war – seltene Ereignisse in Benin. 

Mehr Frauen im Parlament

Für ein größeres Interesse am Urnengang könnte diesmal eine neu eingeführte Frauenquote sorgen. Das überarbeitete Wahlgesetz schreibt vor, dass in jedem Wahlkreis eine Frau gewählt werden muss. Von den insgesamt 109 zu vergebenden Sitzen werden also mindestens 24 von Frauen besetzt werden. Für Tahiratou Toko, eine 33-jährige Kandidatin im Norden des Landes, ist dies „ein großer Schritt nach vorn“, der „die Begeisterung der Wählerinnen“ erklärt.

Für ein Gefühl des Neuanfangs sorgen auch die vielen jungen Kandidaten aus den Reihen der Opposition. „Die meisten Kandidaten sind kaum dreißig und der Rest unter 40“, sagte Boconon Adihou Gerardo, Aktivist der Oppositionspartei Volksbefreiungsbewegung (MPL). „Das sind diejenigen, die wir brauchen. Es ist an der Zeit, frisches Blut in die Politik in Benin zu bringen.“

Der 64-jährige Talon regiert Benin seit 2016. Er hat in dieser Zeit umfassende politische und wirtschaftliche Reformen auf den Weg gebracht, um sein Land zu modernisieren. Kritiker sprechen jedoch von einem damit einhergehenden demokratischen Zerfall Benins. Viele Oppositionspolitiker sind inzwischen inhaftiert oder ins Exil geflohen.

djo/ack (afp, afpe, ape)