Borussia Mönchengladbach verliert erstmals

In diesen zehn Minuten hat es das Schicksal nicht gut gemeint mit Borussia Mönchengladbach. In den zehn Minuten nach der Halbzeitpause der Bundesligapartie gegen den FSV Mainz 05. Zunächst war da die Verletzung von Abwehrchef Nico Elvedi. Er kam nicht mehr aus der Kabine zurück auf den Platz, Trainer Daniel Farke brachte für ihn Marvin Friedrich. Wenige Minuten später fasste sich Alassane Plea an die Leiste und musste vom Feld, Lars Stindl kam. Wohl dem, der einen so ausgeglichen starken Kader hat, dürfte sich so mancher der gut 51.000 Zuschauer im Borussia-Park gedacht haben.

Aber dann die 53. Minute. Nach einem langen Schlag war der Mainzer Karim Onisiwo durchgebrochen, Gladbachs Ko Itakura wusste sich nur noch mit einer Notbremse zu helfen und sah nach kurzem Check durch den Videoassistenten zu recht die Rote Karte. „Ich sehe, dass ich letzter Mann bin und nehme das dankend an, wenn er mich festhält“, sagte Onisiwo nach der Partie bei DAZN. Den fälligen Freistoß verwandelte Aaron Martin mit einem fulminanten Schuss aus 22 Metern in den linken oberen Torwinkel. Der wieder gute Yann Sommer war geschlagen.

Thuram vergibt Topchancen, Weigl gibt Comeback

Bundesliga Fussball Borussia Mönchengladbach vs. Mainz

Itakura (r.) ringt Onisiwo nieder und sieht dafür die Rote Karte.

Dass es bis dahin 0:0 gestanden hatte, spiegelte den Spielverlauf nicht im Entferntesten wider. Allein in der ersten Viertelstunde hätten die Gäste schon drei oder vier Tore schießen können, scheiterten aber entweder an Torwart Sommer oder an der Feinjustierung der Schussbeine. Danach schlug das Pendel in Richtung der Gladbacher. Marcus Thuram hätte vier Tore erzielen können, wenn nicht müssen. Allein, beim Pausenpfiff stand die Null. 

Auch nach dem 0:1 gaben sich die Borussen trotz Unterzahl noch nicht geschlagen. Die beste Chance vergab Jonas Hofmann nach einer Traumkombination in der 74. Minute. Torwart Robin Zentner war schon geschlagen, aber Silvan Widmer blockte seinen Schuss im letzten Augenblick. So blieb es bei dem einen Tor für die Mainzer, die sich damit auf Rang fünf in der Tabelle verbessern. Mönchengladbach verliert erstmals unter Trainer Farke ein Bundesligaspiel und ist jetzt Neunter.

Mittelfeldspieler Julian Weigl, der unter der Woche erst kurz vor Schließung des Transferfensters aus Lissabon nach Mönchengladbach gewechselt war und in der Schlussphase eingewechselt wurde, fasste die Partie treffend zusammen: „Wir müssen mit 2:0 in die Halbzeit gehen. Dann ist es unglücklich für uns gelaufen. Manchmal sind es kleine Dinge, die den Fußball entscheiden. Und die waren heute nicht auf unserer Seite.“ Und damit meinte der Nationalspieler besonders diese zehn Minuten nach der Halbzeit.