Briten beenden Einsatz in Mali

Großbritannien beendet seine Teilnahme am UN-Friedenseinsatz MINUSMA in Mali. Der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, James Heappey, begründete den Abzug der rund 300 britischen Soldaten mit dem Verhalten der Militärregierung in dem westafrikanischen Land. Das Vereinigte Königreich könne seine Armee „nicht einsetzen, um für Sicherheit zu sorgen, wenn die Regierung des Gastlandes nicht bereit ist, mit uns zusammenzuarbeiten, um dauerhafte Stabilität und Sicherheit zu schaffen“, sagte Heappey im Parlament in London.

„Zwei Putsche in drei Jahren haben die internationalen Bemühungen zur Förderung des Friedens untergraben“, führte der britische Staatssekretär weiter aus. Er kritisierte vor allem die Präsenz der russischen Söldnertruppe Wagner in Mali, der Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Die Partnerschaft der malischen Regierung mit der Wagner-Gruppe sei kontraproduktiv für die Sicherheit in der Region.

Bundeswehr weiter vor Ort

Der Abzug der Briten dürfte auch in Deutschland die Debatte über die Beteiligung an dem UN-Einsatz befeuern. Die Bundeswehr ist dort weiterhin mit bis zu 1400 Soldatinnen und Soldaten vertreten. Frankreich erklärte seine MINUSMA-Teilnahme bereits im Februar für beendet.

Mali | Soldaten aus Deutschland

Deutscher Soldat im malischen Gao (Archiv)

In den vergangenen Jahren hatten sich die europäischen Staaten verstärkt in der Sahelzone engagiert, weil diese als wichtig für den Schutz der EU-Südgrenze angesehen wird. In der afrikanischen Region sind extremistische Milizen wie der „Islamische Staat“ aktiv. Außerdem verlaufen durch die Sahelzone wichtige Routen der Migration und des Schmuggels in Richtung Europa.

Die malischen Militärs hatten sich 2020 an die Regierung geputscht. Sie weigern sich, baldmöglichst Wahlen anzusetzen und weisen entsprechende Forderungen auch der Europäischen Union zurück.

wa/rb (rtr, dpa)