Ehemaliger Trump-Finanzchef Allen Weisselberg verurteilt

Fünf Monate Gefängnis plus fünf Jahre auf Bewährung, unter anderem wegen Betrugs und Steuerhinterziehung, so lautete das Urteil gegen Allen Weisselberg. Manhattans oberster Staatsanwalt Alvin Bragg sagte am Ende des Prozesses gegen den ehemaligen Finanzchef des Immobilienkonzerns von Donald Trump: „In Manhattan musst du nach den Regeln spielen, egal, für wen du arbeitest“.

Milde Strafe dank Geständnis

Neben den fünf Monaten Haft wurde Weisselberg zur Zahlung von zwei Millionen US-Dollar an fälligen Steuern und Strafe verurteilt. Der 75-jährige Weisselberg hatte sich zuvor in dem Prozess in 15 Anklagepunkten schuldig bekannt und ausgesagt, dass er und andere Angestellte jahrelang systematisch die Steuerbehörden hintergangen hätten. Geldwerte Vorteile wie Luxusautos und teure Wohnungen seien nicht versteuert worden. Mit seinem Geständnis war Weisselberg einer möglichen Haftstrafe von bis zu 15 Jahren entgangen.

Trump Organization Finanzchef Allen Weisselberg

Strippenzieher im Hintergrund: Allen Weisselberg (Mitte) hinter Donald Trump und seinem Sohn Donald jr (11.01.2017)

Richter Juan Manuel Merchan betonte allerdings bei der Urteilsverkündung, dass er nach der Anhörung von Weisselbergs Zeugenaussagen im Prozess bedauere, dass die Strafe nicht härter ausgefallen sei. Merchan sagte, er sei besonders entsetzt über die Aussage, dass Weisselberg seiner Frau einen Scheck über 6000 Dollar für einen nicht ausgeübten Job gegeben habe, damit sie Anspruch auf Sozialversicherungsleistungen habe. Hätte er Weisselberg nicht bereits fünf Monate versprochen, so Merchan, hätte er gegen ihn „eine viel höhere Strafe“ verhängt.

Medienberichten zufolge soll Weisselberg, der in Gefängniskleidung statt in seinem üblichen Anzug zum Gericht kam, seine Strafe in der berüchtigten New Yorker Haftanstalt Rikers Island absitzen. Dorthin wurde er kurz nach der Verkündung des Urteils gebracht und in einer Krankenstation untergebracht. Bei guter Führung könnte er bereits nach etwas mehr als drei Monaten entlassen werden.

Anklage auch gegen Trump Organization

In dem Prozess war im Dezember auch das verzweigte Immobilienkonstrukt von Ex-Präsident Trump für schuldig befunden worden. Trump war nicht persönlich angeklagt. Es handelte sich aber um die erste strafrechtliche Verurteilung seines Konzerns.

Der Trump Organization sowie einem weiteren mitangeklagten Unternehmen der Gruppe droht eine Geldstrafe von bis zu 1,7 Millionen Dollar. Die Anwälte des Konzerns hatten angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.

mak/bru (dpa, afp, rtr)