Fußball-WM: Uruguay schlägt Ghana und scheidet dennoch aus

Der einstige „Badboy“ Luis Suarez weinte schon, da lief gerade die 85. Minute des abschließenden Gruppenspiels. Uruguay führte souverän mit 2:0 gegen Ghana. Aber diese bequeme Führung war zu wenig für die Celeste, weil im Parallelspiel Südkorea die mit einer 1b-Elf angetretenen Portugiesen mit einem späten Konter überrumpelte und den 2:1-Siegtreffer markierte. Als der ausgewechselte Suarez davon erfuhr, stiegen ihm die Tränen in die Augen. Er vergrub sein Gesicht im himmelblauen Trikot.

Dabei gab es noch die Chance: Nur ein Tor fehlte Uruguay zu diesem Zeitpunkt fürs Achtelfinale. Ein Treffer würde die Tabelle noch einmal drehen. Acht Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt. Sie brachten Drama für Suarez & Co.

Vorlagengeber Suarez bringt Uruguay auf Kurs

Der Topstürmer musste all das von der Seitenlinie verfolgen, er hatte seine Schuldigkeit getan. Der 35-Jährige, der inzwischen in seiner Heimat beim Hauptstadtklub Montevideo kickt und längst nicht mehr in der Verfassung früherer Jahre ist, hatte noch einmal sein Können gezeigt: Robust und kompromisslos agierte er in der Spitze und bereitete beide Treffer von Giorgian de Arrascaeta vor (26.,32.).

Es sah gut aus für das Team um Suarez, den ebenfalls 35-jährigen Edison Cavani und dem ein Jahr älteren Diego Godin. Sie alle hatten auch schon beim legendären Skandalspiel in Johannesburg bei der WM 2010 auf dem Platz gestanden. Damals hatte Suarez gegen Ghana auf der Torlinie mit einem absichtlichen Handspiel das sichere 1:2 verhindert. Suarez sah die Rote Karte, Asamoah Gyan vergab den fälligen Strafstoß – und Uruguay setzte sich schließlich im Elfmeterschießen durch.

Luis Suarez sitzt bei der WM 2014 auf dem Rasen und hält sich die Schneidezähne. Kurz zuvor hatte er seinen Gegenspieler Chiellini in die Schulter gebissen.

Unvergessene Aktion von „Badboy“ Suarez: bei der WM 2014 beißt er seinen Gegenspieler Chiellini

Uruguay gewinnt – und scheidet dennoch aus

Diesmal hielt das Schicksal das bittere Ende jedoch für die drei Legenden aus Uruguay parat. Die Celeste drängte in der wilden Nachspielzeit auf einen Treffer. Ein elfmeterreifes Foul an Cavani übersah der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert, was zwischen die Tränen bei Suarez auch noch Wut mischte. Ein Tor wollte jedoch nicht mehr fallen. Ähnlich wie die DFB-Elf gewinnt Uruguay zwar das letzte Spiel, ist aber dennoch raus aus der Fußball-WM in Katar. 

„Der gemeinsame große Traum unserer gesamten Nation ist geplatzt“, schreibt die uruguayische Zeitung El Pais. Mit Godin, Cavani und Suarez endet eine Ära in der Celeste. Suarez hatte keine Hemmungen angesichts dessen Tränen zu vergießen – für ihn war es wohl der Abschied von der großen Bühne des Weltfußballs.