Isländische Polizei vereitelt Terroranschlag

Festgenommen wurden vier Männer, denen nach Polizeiangaben vorgeworfen wird, an der Vorbereitung eines „Terroranschlags“ beteiligt gewesen zu sein. Sie seien in Kopavogur, nahee der Hauptstadt Reykjavik, sowie in der benachbarten Stadt Mosfellsbaer im Südwesten Islands festgenommen worden. Bei den Verdächtigen soll es sich um Isländer handeln, Angaben über ihr Alter reichten von „etwa 20 Jahre“ bis „zwischen 30 und 40 Jahre alt“.

Insgesamt hatte sich die großangelegte Anti-Terror-Aktion gegen 50 Männer gerichtet. Zwei der vier Festgenommenen befinden sich den Polizeiangaben zufolge in Untersuchungshaft, die anderen beiden wurden wieder auf freien Fuß gesetzt.

An neun verschiedenen Orten hatten Spezialkräfte der Polizei mehrere halbautomatische Waffen, darunter auch selbst hergestellte aus dem 3D-Drucker, sowie tausende Kugeln Munition beschlagnahmt.

Motive sind unklar

Über die Motive des geplanten Anschlags ist noch nichts bekannt, es soll sich aber bei den möglichen Zielen um „verschiedene Institutionen“ und „Bürger des Staates“ handeln, darunter auch das Parlament und die Polizei.

Nun werde geprüft, ob die Männer Verbindungen zu extremistischen Organisationen oder ausländischen Behörden haben, erklärte der leitende Kommissar der isländischen Polizei, Karl Steinar Valsson. „Soweit wir wissen, ist dies das erste Mal, dass eine Untersuchung dieser Art bei uns eingeleitet wurde“, sagte Valsson.

Island Reykjavik

Panoramablick über Islands Hauptstadt Reykjavik

Das kleine Land im Nordatlantik mit seinen rund 375.000 Einwohnern gilt laut Global Peace Index als das „friedlichste Land der Welt“. Island hat eine der weltweit niedrigsten Kriminalitätsraten, allerdings haben auch dort Gewaltverbrechen in den vergangenen Jahren zugenommen.

mak/ack (dpa, afp)