Japan und Südkorea suchen die Annäherung

Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol und der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida wollen ihre schwierigen und historisch belasteten Beziehungen verbessern. Als Zeichen der Annäherung nach Jahren der Spannungen kamen die beiden Staatsmänner zu einem ersten formellen Spitzentreffen beider Länder seit drei Jahren zusammen. Die Begegnung fand am Rande des ASEAN-Gipfels in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh statt. Nach einem gemeinsamen Termin mit US-Präsident Joe Biden trafen sich Yoon und Kishida dann noch einmal auf bilateraler Ebene.

Beide waren schon „informell“, wie es damals ausdrücklich hieß, am Rande der UN-Generalversammlung Ende September in New York zusammengekommen. Die Begegnung an diesem Sonntag war aber das erste offizielle Treffen auf oberster Führungsebene seit den Gesprächen von Shinzo Abe und Moon Jae In im Dezember 2019.

Die USA haben großes Interesse an einer Entspannung

Das Verhältnis der beiden Länder, die wichtige Verbündete der USA sind, ist unter anderem wegen Japans Kriegsvergangenheit und einem Streit über Entschädigungsfragen angespannt. Vor vier Jahren hatte ein Gericht in Seoul zwei japanische Unternehmen dazu verpflichtet, einige der koreanischen Arbeiter oder deren Familien zu entschädigen. Die Unternehmen und die japanische Regierung argumentierten, dass alle Entschädigungsfragen bereits im Rahmen eines Abkommens von 1965 zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den Ländern geregelt worden seien.

Japan weigerte sich, den Urteilen nachzukommen. Später stuften sich die Länder gegenseitig im Handelsstatus herab. Seoul drohte schließlich, auch eine Vereinbarung über den Austausch von Geheimdienstinformationen aufzukündigen. Nun sollen die Probleme möglichst bald gelöst werden

Der südkoreanisch-japanische Konflikt hat bisher alle Bemühungen der USA erschwert, mit Blick auf China und Nordkorea ein gemeinsames Sicherheitsbündnis zu schmieden. Yoon und Kishida sehen ebenso die Notwendigkeit einer engeren Abstimmung. Beide verweisen auf die jüngsten Raketenstarts Nordkoreas und die Gefahr eines drohenden neuen Atomwaffentests durch Machthaber Kim Jong Un.

rb/hf (AP, dpa)