Joe Biden trifft Xi Jinping auf G20-Gipfel

Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping kommen am Montag am Rande des G20-Gipfels in Indonesien zu ihrem ersten bilateralen Treffen seit Bidens Amtsantritt als US-Präsident zusammen. Das teilte das Weiße Haus in Washington mit. Die Zusammenkunft fällt in Zeiten besonders angespannter Beziehungen beider Länder.

Persönliche Treffen gab es bereits

Biden und Xi hatten in den vergangenen zwei Jahren zwar fünf Mal miteinander gesprochen – persönlich getroffen haben sie sich in dieser Zeit bislang nicht. Die beiden waren in der Vergangenheit aber bereits zu direkt zusammengekommen, als beide noch Vizepräsidenten waren.

Usbekistan l Gipfeltreffen in Samarkand

Mitte September war Xi Jinping in Samarkand – die erste Auslandsreise seit zweieinhalb Jahren

Wegen der Corona-Pandemie hatte der chinesische Präsident seit Januar 2020 lange überhaupt keine Auslandsreisen unternommen und war erst im vergangenen September zu seinem ersten Auslandstrip seit zweieinhalb Jahre aufgebrochen – nach Kasachstan und Usbekistan.

Gespräch vor dem Gipfel-Auftakt

Am 15. und 16. November steht auf der indonesischen Insel Bali der G20-Gipfel großer Wirtschaftsmächte an. Es war länger klar, dass sowohl Biden als auch Xi anreisen würden. Bislang war ein bilaterales Treffen der beiden aber noch nicht offiziell bestätigt. Das Gespräch findet nun vor dem offiziellen Gipfel-Auftakt statt.

USA | Präsident Joe Biden

US-Präsident Joe Biden: „Es gibt vieles, was wir besprechen müssen“

Biden hatte sich am Mittwoch bereits zu einem möglichen Treffen geäußert und gesagt: „Es gibt vieles, was wir besprechen müssen.“ Er wolle „rote Linien“ im Umgang miteinander bereden. Es gehe darum, zu verstehen, was Xi für die entscheidenden nationalen Interessen Chinas halte und inwieweit das mit den Interessen der USA in Konflikt stehe.

Biden wird auch über Russland und Taiwan sprechen

Biden kündigte an, in einem solchen Gespräch auch über Taiwan sprechen zu wollen. Die Haltung der USA zu Taiwan habe sich nicht verändert, betonte er. Biden hatte Taiwan in der Vergangenheit im Angriffsfall militärische Unterstützung zugesagt und damit China verärgert. Die kommunistische Führung in Peking betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik und droht mit einer Eroberung. Die USA haben sich der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet – was bislang vor allem Waffenlieferungen bedeutete.

Wladimir Putin mit Xi Jinping in Samarkand

Putin und Xi in Samarkand – Biden interessiert die Haltung Chinas zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine

Auch die Haltung gegenüber Russland dürfte bei dem Treffen zur Sprache kommen. China hat den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bislang nicht klar verurteilt. Xi und der russische Präsident Wladimir Putin hatten sich im September beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Usbekistan getroffen und sich dort demonstrativ einig gezeigt – auch und gerade gegenüber den Vereinigten Staaten.

Kremlchef Putin lässt sich vertreten

Auf dem Gruppenfoto des größten G20-Treffens seit Beginn der Corona-Pandemie wird Russlands Präsident Wladimir Putin fehlen. Wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte, wird Außenminister Sergej Lawrow an dessen Stelle zum Gipfel nach Indonesien reisen. Putin hatte seine persönliche Teilnahme an dem Gipfel Mitte dieses Monats bis zuletzt offen gelassen.

nob/qu (dpa, afp, rtr)