Lange Haftstrafe wegen geplanter Entführung von US-Gouverneurin Whitmer

Der Mann, der als einer der führenden Köpfe hinter der geplanten Entführung von Gretchen Whitmer gilt, wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt. Das Strafmaß liegt damit deutlich unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten lebenslangen Haftstrafe, wie die „Washington Post“ und andere US-Medien am Dienstag übereinstimmend berichteten. Dennoch ist es die höchste Strafe, die in dem Fall bislang verhängt wurde.

Der 39-Jährige war bereits im August zusammen mit einem mitangeklagten 47-Jährigen schuldig gesprochen worden, weil sie die Entführung Whitmers geplant und dafür auch den Einsatz einer Bombe in Erwägung gezogen hatten. Damit sollte das Sicherheitspersonal der Politikerin ausgeschaltet werden. Im Falle des 47-Jährigen wird die Verkündung des Strafmaßes für Mittwoch erwartet. Mitte Dezember waren bereits drei weitere Männer von einem Gericht in Michigan zu zwölf, zehn und sieben Jahre langen Haftstrafen im Zusammenhang mit dem Komplott verurteilt worden.

Entführungspläne kurz vor US-Präsidentschaftswahl aufgedeckt

Die Pläne zur Entführung der Demokratin Whitmer, die bei den Wahlen im November als Gouverneurin des Bundesstaats Michigan im Amt bestätigt wurde, hatte das FBI im Oktober 2020, einen Monat vor der US-Präsidentschaftswahl, aufgedeckt. Die Sicherheitsbehörden hatten daraufhin 14 mutmaßliche Extremisten festgenommen. Sie sollen vorgehabt haben, die demokratische Gouverneurin zu entführen, um einen „Bürgerkrieg“ anzuzetteln.

Bewaffnete Gruppe steht vor dem Büro der Gouvernerin des US-Bundesstaats Michigan, Gretchen Whitmer

Bei den Protesten gegen die Politik von Gretchen Whitmer waren bewaffnete Gruppen bis zum Büro der Gouvernerin vorgedrungen

Whitmer, eine scharfe Kritikerin von Ex-Präsident Donald Trump, war damals von rechten Gruppen wegen ihrer harten Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie angefeindet worden. In Michigans Hauptstadt Lansing kam es zu Protesten teils schwer bewaffneter Aktivisten. Trump hatte zuvor aufgerufen, Michigan und die damals ebenfalls beide demokratisch regierten Bundesstaaten Minnesota und Virginia zu „befreien“. Er hatte Whitmer zudem wiederholt verbal angegriffen.

ww/pgr (dpa, afp)