„Medien“: Verteidigungsministerin Lambrecht zum Rücktritt entschlossen

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) soll Zeitungsberichten zufolge entschlossen sein, von ihrem Amt zurückzutreten. Die Initiative dazu komme von ihr selbst, schreibt die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf „mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen“. Das genaue Datum ihres geplanten Rückzugs stehe allerdings noch nicht fest. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtete online unter Berufung auf das Umfeld Lambrechts, die SPD-Politikerin werde ihr Ministeramt in der kommenden Woche niederlegen. Sie habe bereits mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gesprochen. 

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums bezeichnete die Informationen beider Blätter als „Gerüchte, die wir nicht kommentieren“.

Grund für den Rücktritt ist laut „Bild“ die Ansicht Lambrechts, dass im Verteidigungsministerium ein Neuanfang notwendig sei. Dem Bericht zufolge wird in Regierungs- und SPD-Kreisen bereits über die Nachfolge beraten. Dabei würden der Wehrbeauftragten des Bundestags, Eva Högl (SPD), gute Chancen eingeräumt. Laut „SZ“ wird neben Högl auch die Parlamentarische Verteidigungs-Staatssekretärin Siemtje Möller (SPD) als mögliche Nachfolgerin Lambrechts gehandelt.

Eva Högl im September 2021 im DW-Interview

Eva Högl – wird sie neue Verteidigungsministerin?

Ein als unglücklich empfundenes Video mit Neujahrsgrüßen der Ministerin hatte den Druck auf die seit längerem in der Kritik stehende Lambrecht zuletzt noch verstärkt. Oppositionspolitiker stellen ihre Eignung in Frage und fordern ihren Rücktritt. Mitte Dezember hatte Scholz seine Verteidigungsministerin noch gegen Kritik in Schutz genommen. „Die Bundeswehr hat eine erstklassige Verteidigungsministerin“, sagte Scholz damals der „Süddeutschen Zeitung“.

sti/hf/se (afp, rtr, dpa)