Medienbericht: Raketeneinschlag in Polen

In Polen hat Ministerpräsident Mateusz Morawiecki nach unbestätigten Berichten über einen angeblichen Raketeneinschlag im Grenzgebiet zur Ukraine sowohl Regierung als auch den Sicherheitsrat des Landes zu außerplanmäßigen Sitzungen einberufen. In einer ersten Reaktion hat Polen einen Teil seiner Streitkräfte in erhöhte Bereitschaft versetzt. Dies gelte auch für andere uniformierte Dienste, sagte ein Regierungssprecher. 

Der mutmaßliche Raketeneinschlag legt einen Zusammenhang mit dem massiven russischen Raketenbeschuss auf das Nachbarland Ukraine vom Tage nahe. Der private polnische Radiosender Zet hat berichtet, zwei verirrte Raketen seien in einem polnischen Dorf nahe der Grenze eingeschlagen. Nach inzwischen bestätigten Angaben sind zwei Menschen getötet worden. 

Vorsichtige Reaktion aus Washington

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, die Presseberichte seien dem Pentagon bekannt. Zum jetzigen Zeitpunkt habe das Ministerium aber keine Informationen, die diese Berichte bestätigen könnten. „Wenn wir ein Update zur Verfügung stellen können, werden wir dies tun“, sagte ein Sprecher.

Dieses Foto aus Polen zeigt eine Rauchsäule an der Grenze zur Ukraine. Ob es sich dabei wirklich um ein Bild von dem mutmaßlichen Raketeneinschlag handelt, kann nicht überprüft werden

Dieses Foto aus Polen zeigt eine Rauchsäule an der Grenze zur Ukraine. Ob es sich dabei wirklich um ein Bild von dem mutmaßlichen Raketeneinschlag handelt, kann nicht überprüft werden

Sollte es sich tatsächlich um russische Raketen handeln, wäre dies der erste derartige Vorfall in dem seit fast neun Monaten dauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Polen ist Mitglied der EU und des westlichen Verteidigungsbündnisses NATO.

Russland dementiert

Das Verteidigungsministerium in Moskau bezeichnete polnische Angaben über einen Einschlag russischer Raketen auf polnischem Staatsgebiet als bewusste Provokationen. Diese hätten das Ziel, die Situation zu eskalieren, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax das Ministerium. Es seien keine Angriffe mit russischen Waffen auf Ziele nahe der polnisch-ukrainischen Grenze ausgeführt worden.

In Berlin wird die Lage „aufmerksam“ verfolgt. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) twitterte auf Englisch und Polnisch, sie stehe in Kontakt mit der Regierung in Warschau und der NATO. „Meine Gedanken sind bei Polen, unserem engen Verbündeten und Nachbarn.“

Russland hat am Dienstag massive Raketenangriffe auf verschiedene ukrainische Städte geflogen und dabei große Teile der Energieinfrastruktur beschädigt. Betroffen waren unter anderem Kiew, Lwiw und Charkiw. Den ukrainischen Angaben zufolge fiel in mehr als sieben Millionen Haushalten im Land der Strom aus.

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

rb/cwo/uh (AFP, AP, dpa, Reuters)