Sarg der britischen Queen in London eingetroffen

Fünf Tage nach ihrem Tod in Schottland ist die Queen nach London überführt worden. Die britische Premierministerin Liz Truss und Verteidigungsminister Ben Wallace nahmen an der Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt teil. Prinzessin Anne begleitete ihre Mutter auf ihrer letzten Flugreise von Edinburgh gemeinsam mit ihrem Ehemann Tim Laurence. In der schottischen Hauptstadt waren Regierungschefin Nicola Sturgeon und der britische Schottland-Minister Alister Jack dabei, als eine Ehrengarde am Flughafen der schottischen Hauptstadt Edinburgh der toten Queen einen letzten Gruß entbot. Träger brachten den Sarg an Bord einer Transportmaschine der britischen Luftwaffe. Die britische Nationalhymne wurde gespielt, dann hob das Flugzeug vom Typ C-17 Globemaster ab.

Schottland nimmt Abschied von der Queen

In London wurde der Sarg zum Buckingham-Palast gefahren, wo er von Elizabeths Sohn König Charles III. empfangen wurde und über Nacht im sogenannten Bow Room bleibt. Queen Elizabeth II. war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral gestorben.

Queen wird in Westminster Hall aufgebahrt

Die sterblichen Überreste von Elizabeth II. werden am Mittwoch in einer feierlichen Prozession durch London in die Westminster Hall gebracht. Angeführt wird der Trauerzug vom Buckingham Palast aus vom neuen König. Vier Tage lang hat die Öffentlichkeit Gelegenheit, in Westminster Hall 23 Stunden täglich Abschied von der verstorbenen Regentin zu nehmen. Es werden hunderttausende Besucherinnen und Besucher erwartet.

Die Behörden rechnen mit kilometerlangen Schlangen und Wartezeiten über viele Stunden. Aufgebahrt wird der Sarg der Queen auf einem mit purpurfarbenem Stoff bedeckten Katafalk. Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, wird nach dem Eintreffen des Sarges einen kurzen Gottesdienst abhalten, an dem auch Charles teilnimmt.

Neuer König in Nordirland

Der neue König besuchte mit Königin Camilla die Provinz Nordirland. Er wurde in Belfast bejubelt, nahm Beileidsbekundungen entgegen und an einem Gottesdienst teil. Es war insgesamt Charles‘ 40. Besuch in Nordirland, das mit England, Wales und Schottland das Vereinigte Königreich bildet.

UK Charles III am Hillsborough Castle

König Charles III. zu Besuch in Hillsborough Castle in Nordirland

Der Präsident des Regionalparlaments, Alex Maskey, lobte die verstorbene Monarchin dafür, in der früheren Bürgerkriegsregion Barrieren abgebaut und versöhnt zu haben. „Sie hat gezeigt, dass eine kleine und unbedeutende Geste – ein Besuch, ein Händedruck, das Überqueren der Straße oder ein paar Worte Irisch – einen großen Unterschied machen kann, wenn es darum geht, Einstellungen zu ändern und Beziehungen aufzubauen“, sagte Maskey auf Schloss Hillsborough.

Maskey ist Mitglied der katholisch-republikanischen Partei Sinn Fein, die für die Wiedervereinigung mit dem EU-Mitglied Republik Irland eintritt und früher als politischer Arm der Terrororganisation IRA galt. Viele Sinn-Fein-Wähler lehnen die Monarchie als Repräsentantin eines einst autoritär auftretenden Regimes strikt ab. Charles‘ Großonkel Louis Mountbatten wurde 1979 von der IRA ermordet.

kle/uh (dpa, afp)