„Terminal“-Gestrandeter Nasseri ist tot

Mehran Karimi Nasseri sei im Terminal 2F eines natürlichen Todes gestorben, bestätigte ein Flughafensprecher in Paris. Er wurde nach unterschiedlichen Angaben 76, 77 oder 80 Jahre alt. Erst Mitte September war Nasseri, der sich selbst „Sir Alfred“ nannte, wieder in den Airport Charles de Gaulle eingezogen.

Dem aus politischen Gründen aus dem Iran geflohenen Mann hatten 1988 bei einer Zwischenlandung in Frankreich wichtige Papiere gefehlt. Dadurch durfte er weder weiterreisen noch den Flughafen verlassen.

Häuslich eingerichtet

Jahrelang bemühte sich Nasseri vergeblich in mehreren Ländern Europas um Aufnahme. 1999 bekam er dann zwar ein Visum für Frankreich, blieb aber in seiner Nische unter einer Flughafenrolltreppe, wo er sich häuslich eingerichtet hatte. Erst 2006 verließ er für einen Krankenhausaufenthalt den Airport und lebte danach in einem Heim.

Frankreich Mehran Karimi Nasseri Poster The Terminal

Nasseri im Jahr 2004 mit einem „Terminal“-Filmplakat

Nasseris Geschichte inspirierte US-Regisseur Steven Spielberg 2004 zu seinem Film „Terminal“ mit Tom Hanks. Mit dem Geld, das er für den Film bekam, zog Nasseri in ein Hotel um. Seit einigen Wochen aber saß er wieder im Flughafen mit seinen Habseligkeiten in einem Trolley, wie Angestellte des Airports berichteten. Er habe zuletzt kaum noch gesprochen und in die Leere gestarrt.

Nach dem Tod des „Terminal-Manns“, wie er sich in einem autobiografischen Roman selbst nannte, deckte der Flughafen seinen Platz mit einem weißen Laken ab.

wa/AR (dpa, afp)