Viele Tote bei Rebellenangriff im Osten des Kongo

Nach Angaben örtlicher Behören wurde das Dorf Makungwe in der Region Nord-Kivu überfallen. Seit Jahresbeginn hatte es bereits mehrere Angriffe auf verschiedene Dörfer in der Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo gegeben.

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) teilte über die Nachrichten-App Telegram mit, ihre Kämpfer hätten das Dorf angegriffen und mehrere Häuser niedergebrannt. 

Zuvor hatten kongolesische Beamte die Rebellengruppe ADF (Allied Democratic Forces) für den Angriff verantwortlich gemacht, die mittlerweile als zentralafrikanische Schwesterorganisation des IS betrachtet wird. 

Bereits Mitte Januar hatte die kongolesische Regierung der ADF für einen Bombenanschlag auf eine Kirche im Ostkongo die Verantwortung gegeben. Bei dem Terroranschlag waren rund zehn Menschen getötet worden.

Nach Einschätzung der Hilfsorganisation „Aktion gegen den Hunger“ spitzt sich die Situation auch in der benachbarten Provinz Ituri zu. Seit Anfang des Jahres habe es auch dort vermehrt tödliche Angriffe auf Flüchtlingslager durch Milizen gegeben.

Demokratische Republik Kongo Flüchtlinge

Infolge der anhaltenden Gewalt gibt es rund 6 Millionen Binnenvertriebene im Kongo

Humanitäre Helfer hätten evakuiert werden müssen, da ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Mittlerweile gebe es 1,5 Millionen Binnenvertriebene allein in der Region Ituri.

Der Osten des Kongo wird seit Jahrzehnten von Gewalt überzogen. Mehr als 120 bewaffnete Gruppen und Selbstverteidigungsmilizen kämpfen um Land und Macht. Rund 6 Millionen Menschen sind Binnenvertriebene, und Hunderttausende sind nach Angaben der Vereinten Nationen von extremer Ernährungsunsicherheit betroffen.

Seit 2021 gehen das kongolesische und das ugandische Militär gemeinsam gegen die ADF vor, die ihr Operationsgebiet bis nach Goma und in die benachbarte Provinz Ituri ausgedehnt hat.

Ende Januar wird Papst Franziskus seine 2022 verschobene Reise in den Kongo antreten und die Hauptstadt Kinshasa besuchen. Anders als ursprünglich geplant verzichtet er darauf nach Goma zu fahren, die Hauptstadt der Krisenregion Nord-Kivu.

uh/as (dpa, afp)