Viele Tote nach Schüssen in russischer Schule

Die Zahl der gemeldeten Todesopfer bei Schüssen in einer russischen Schule ist auf 17 gestiegen. Wie die zuständige Untersuchungsbehörde mitteilte, kamen elf Kinder und sechs Erwachsene ums Leben. Das Innenministerium der Republik Udmurtien geht außerdem von mehr als 20 Verletzten aus.

Örtliche Ermittler bestätigten zudem die Angaben des russischen Innenministeriums, wonach der mutmaßliche Schütze Suizid beging. Bei dem Mann soll es sich um einen 34-jährigen früheren Schüler der Schule handeln, der während der Tat in Ischewsk einen schwarzen Pullover „mit Nazi-Symbolik“ getragen und sein Gesicht vermummt habe. Er soll mit zwei Makarow-Pistolen um sich geschossen haben. Man wolle nun überprüfen, ob er „neofaschistischen Positionen und der Nazi-Ideologie anhing“. Nach Informationen des zuständigen Gouverneurs Alexander Bretschalow soll der mutmaßliche Täter wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein. Er sei auch schon mal mit einer Ordnungsstrafe belangt worden.   

Ein „Terrorangriff“

Russlands Staatschef Wladimir Putin bezeichnete das Attentat allerdings bereits als „Terrorangriff“ und den mutmaßlichen Täter als Angehörigen einer „neofaschistischen Gruppe“. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow hat der Präsident zudem mit der regionalen Führung und Regierungsmitgliedern gesprochen, die sich um die Betreuung der Verletzten kümmern sollen. Das Zivilschutzministerium fliege Ärzte, Psychologen und andere Spezialisten nach Udmurtien.

Russland I Schießerei an einer Schule in Izhevsk

Besorgte Menschen warten hinter der Absperrung auf Neuigkeiten zu dem Angriff

Das rund 1200 Kilometer östlich von Moskau gelegene Ischewsk hat fast 650.000 Einwohner. Die Großstadt liegt westlich vom Ural, das den europäischen und den asiatischen Teil Russlands trennt.

Schusswaffenangriffe waren früher selten in Russland. In den vergangenen Jahren nahmen sie allerdings zu. Staatschef Putin hatte von einem aus den USA importierten Phänomen gesprochen und derartige Gewalttaten als Nebeneffekt der Globalisierung kritisiert.

Im April hatte ein Mann in einer Grundschule in der Region Oljanowsk zwei Kinder und eine Lehrerin erschossen, bevor er Suizid beging. 2018 waren bei dem Schusswaffenangriff eines Schülers in einer Oberschule in Kertsch auf der annektieren Halbinsel Krim 19 Menschen getötet worden.

kle/nob/djo/wa (afp, dpa, rtre)