Wintersturm „Elliott“ bringt eisigen Tod

Wintersturm „Elliott“ ist am Weihnachtswochenende mit eisigem Wind und heftigen Schneefällen über den Osten der USA hinweggefegt. Mindestens 47 Menschen kamen infolge des Sturms ums Leben. Mehr als 200.000 Menschen an der Ostküste waren zwischenzeitlich ohne Strom.

Dramatisch entwickelte sich die Lage in Buffalo im Bundesstaat New York. Die Stadt nahe der Grenze zu Kanada war von der Außenwelt abgeschnitten, Rettungsdienste konnten besonders stark betroffene Bezirke nicht erreichen.

Die Gouverneurin des Bundesstaates, Kathy Hochul, sprach von einer „Krise von epischem Ausmaß“. Es sei „wie in einem Kriegsgebiet“. Haustüren verschwanden hinter bis zu drei Meter hohen Schneeverwehungen, durch Stromausfälle bei eisigen Temperaturen wurde die Situation lebensbedrohlich.

Hochul entsandte rund 200 Mitglieder der Nationalgarde nach Buffalo und Umgebung, um die Rettungsdienste zu unterstützen. „Es ist extrem, es ist gefährlich und tödlich“, betonte New Yorks Gouverneurin. Selbst Einheiten der Nationalgarde blieben im Schnee stecken und benötigten Hilfe.

Kältewelle in den USA

Buffalo am 1. Weihnachtsfeiertag

Im Landkreis Erie County, in dem Buffalo an der Grenze zu Kanada liegt, seien einige Menschen in ihren Autos erfroren, andere wurden auf der Straße in Schneewehen entdeckt, sagte Behördenvertreter Mark Poloncarz. „Das ist nicht das Weihnachtsfest, das wir uns gewünscht haben.“

In New York City riefen Stromversorger die Menschen dazu auf, Energie zu sparen. Heizungen sollten so wenig wie möglich aufgedreht, Geräte wie Geschirrspülmaschinen oder Wäschetrockner möglichst nicht verwendet werden. Diese Maßnahmen trügen dazu bei, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen, hieß es.

Straßen gesperrt, Flüge annulliert

Die Verkehrsämter mehrerer Bundesstaaten rieten Autofahrern, lieber zu Hause zu bleiben – und das zur beliebtesten Reisezeit des Jahres. Wegen Glatteis und starkem Schneefall mussten vorübergehend einige der verkehrsreichsten Straßen der USA gesperrt werden, darunter die Interstate 70. Der Wintersturm führte am Sonntag erneut zur Streichung von mehr als 1700 US-Flügen. Am Samstag waren bereits rund 3500 und am Freitag sogar fast 6000 Flüge annulliert worden.

USA Byron Center Schneesturm Autos

Von der Straße abgekommene Fahrzeuge im Bundesstaat Michigan

Das Zentrum des Sturms habe sich zwar Richtung Norden verlagert und befinde sich nun über dem Osten Kanadas, so der US-Wetterdienst. Die Region um die Großen Seen („Great Lakes“) im Nordosten der Vereinigten Staaten bleibe aber stark betroffen. Der US-Wetterdienst geht an diesem Montag weiter von starkem Frost aus, ehe am Dienstag ein gemäßigteres Wetter einsetzen soll.

wa/pgr/AR/ww (afp, dpa)