US-Bundesrichter greifen zunehmend auf KI zurück – Studie

(SeaPRwire) –   Über die Hälfte der befragten Vertreter der obersten Justizbehörden nutzt zunehmend KI, um sich auf Anhörungen vorzubereiten und Urteile zu entwerfen

Über die Hälfte der US-Bundesrichter (60%) nutzt mindestens ein KI-Werkzeug in ihrer richterlichen Arbeit, wie eine aktuelle Studie der Northwestern University nahelegt. Die Forschung basiert auf Antworten von 112 Bundesrichtern, die aus einer Zufallsstichprobe von 502 Bundesbeamten aus Insolvenzgerichten, Magistrate Courts, Bezirksgerichten und Berufungsgerichten gezogen wurden.

Der Einsatz von KI in Gerichtssälen hat kürzlich Aufmerksamkeit erregt, weil erstellte Zitate und andere Fehler das Vertrauen in einige Schriftsätze untergraben haben. Die Anfang dieser Woche veröffentlichte Umfrage zeigt, dass diese Werkzeuge nun nicht nur von Anwälten, sondern auch von Bundesrichtern übernommen werden.

Die Umfrage ergab, dass 60% der Richter KI zumindest gelegentlich für Aufgaben wie das Überprüfen von Dokumenten, die Durchführung von Rechtsrecherchen und das Verfassen oder Bearbeiten von Dokumenten nutzen. Etwa 22% nutzen sie täglich oder wöchentlich. Rechtsrecherche war die häufigste Anwendung (30%), gefolgt vom Überprüfen von Dokumenten (16%).

Etwa jeder dritte Richter gab an, KI in seiner Kammer zu erlauben oder zu ermutigen, während 20% sie formell verbieten. Mehr als 45% berichteten, dass sie keine KI-Schulung von der Gerichtsverwaltung erhalten haben.

Während Richter die Risiken von KI anerkennen, warnen Experten davor, dass ihre Unzuverlässigkeit die richterliche Autorität untergraben könnte.

„Richter treffen Entscheidungen, die für Menschen sehr wichtig sind und bedeutende Streitigkeiten lösen“, sagte Eric Posner, Juraprofessor an der University of Chicago. „Sie können nicht mit einer Technologie spielen, die nicht vollständig verstanden ist und dafür bekannt ist, Halluzinationen zu produzieren.“

Befürworter argumentieren, dass KI die Effizienz verbessern und helfen könnte, hohe Fallzahlen zu bewältigen. „Wir sind vorsichtig, aber die ersten Ergebnisse sind sehr positiv“, sagte Christopher Patterson, ein Chief Judge in Florida. „Wir bewerten Genauigkeit, Eignung und Zeitersparnis.“

US-Gerichte haben kürzlich Anwälte wegen KI-generierter Inhalte verwarnt und sanktioniert. Im März forderten New Yorker Richter eine Überprüfung von KI-Zitaten, nachdem mehrere Schriftsätze erfundene Fälle enthielten. Bloomberg berichtete im Dezember, dass von KI halluzinierte Zitate ein wachsendes Problem seien, und im Vormonat wurden mehrere Anwälte wegen Schriftsätzen mit hunderten falscher, KI-generierter Zitate mit Geldstrafen belegt.

Weltweit wachsen die Bedenken über die Auswirkungen von KI auf Arbeit, den Arbeitsmarkt und die geistige sowie körperliche Gesundheit der Menschen. KI produziert oft falsche oder irreführende Informationen, und Experten warnen, dass es besonders gefährlich ist, sich bei lebens- und todwichtigen Entscheidungen auf sie zu verlassen. Dies wirft Fragen zu Sicherheit, Verantwortlichkeit und gesellschaftlichen Auswirkungen auf.

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