Ukrainischer Glücksspielregulierer führt digitale Beschwerdplattform ein

Das neue System ermöglicht es der Öffentlichkeit, illegale Glücksspielwerbung an PlayCity zu melden.

Ukraine.- Der ukrainische Glücksspielregulierer, PlayCity, hat eine neue digitale Beschwerdeplattform eingeführt, die den Prozess der Meldung illegaler Glücksspielwerbung durch die Öffentlichkeit vereinfachen soll. Das Beschwerdeformular ist nun im Bereich „Für Bürger“ auf der Website von PlayCity live geschaltet und bietet ukrainischen Bürgern einen direkten Kanal, um illegale Glücksspielwerbung zu überwachen und einzudämmen.

Das System ermöglicht es Bürgern, mutmaßliche Verstöße in verschiedenen Formaten zu melden, darunter soziale Medien, Websites, Fernsehen, Radio, Außenwerbung und andere öffentliche Räume. Nutzer, die eine Beschwerde einreichen, müssen den Plattformtyp angeben, einen direkten Link zur Werbung bereitstellen und unterstützende Beweise wie Screenshots oder Videoclips anhängen.

Das System ist so konzipiert, dass es Einreichungen automatisch archiviert und flüchtige Inhalte wie Social-Media-„Stories“ erfasst, damit die Aufsichtsbehörden das Material auch nach dessen Verschwinden überprüfen können. Das Personal von PlayCity wird jede Beschwerde sichten, um zu beurteilen, ob der Inhalt gegen die ukrainischen Werberegeln verstößt.

Wenn Verstöße bestätigt werden, kann die Behörde die Entfernung von Inhalten von Plattformen wie Meta, Google, TikTok, YouTube, Viber und Twitch beantragen. PlayCity erklärte, es könne auch beantragen, Social-Media-Konten zu sperren, die wiederholt unrechtmäßige Glücksspielwerbung teilen, verantwortliche Parteien zu bestrafen oder Fälle an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten, wenn Identitäten nicht verifiziert werden können.

Die gesetzliche Geldstrafe für illegale Glücksspielwerbung beträgt 5.188.200 UAH (etwa 100.900 €).

Der neue Durchsetzungsrahmen geht auf das Gesetz Nr. 9526d zurück, dieselbe Gesetzgebung, die den vorherigen Glücksspielregulierer KRAIL abschaffte. PlayCity übernahm die Verantwortung für die Aufsicht über Glücksspiel und Lotterien, nachdem das Ministerium für digitale Transformation die regulatorischen Funktionen im vergangenen Jahr übernommen hatte. Das Unternehmen gibt an, bereits Strafen in Höhe von fast 80 Mio. UAH verhängt und mehr als 500 Social-Media-Seiten gesperrt zu haben, die mit verbotenen Glücksspielinhalten verknüpft waren.

Im März begann PlayCity mit dem Betrieb eines automatisierten Systems, das in Zusammenarbeit mit den Ministerien für digitale Transformation und Verteidigung entwickelt wurde, um Militärpersonal während des Kriegsrechts den Zugang zu Online-Glücksspielen zu verwehren und so die Risiken von Glücksspielsucht bei Dienstangehörigen zu verringern. Inzwischen hat die Aufsichtsbehörde das neue Diia-Portal gestartet, das Anträge auf Online-Glücksspiellizenzen in der Ukraine ermöglicht und die Notwendigkeit von Papierdokumenten oder persönlicher Interaktion ersetzt.