Putin und Erdogan wollen enger zusammenarbeiten

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben sich bei ihrem vierstündigen Treffen auf den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen ihrer beiden Länder geeinigt. Bei Erdogans Besuch in der südrussischen Touristenmetropole Sotschi seien “sehr wichtige Entscheidungen” im Bereich von Handel und Wirtschaft getroffen worden, sagte Russlands Vize-Regierungschef Alexander Nowak der Agentur Tass zufolge.

Türkei zahlt für russisches Gas in Rubel

So sollen etwa für russische und türkische Unternehmen die Bedingungen für eine Zusammenarbeit erleichtert werden. Auch das türkische Atomkraftwerk Akkuyu, das von einem russischen Staatsunternehmen gebaut wird, sei bei dem Treffen zur Sprache gekommen, sagte Nowak. Darüber hinaus hätten sich beide Seiten darauf geeinigt, dass die Türkei für russisches Gas künftig in Rubel zahlen werde.

Der russische Präsident Wladimir Putin begrüßt den Türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan

Der russische Präsident Wladimir Putin (re.) begrüßt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan

Außerdem versicherten die beiden Präsidenten einander, bei der Bekämpfung “aller terroristischen Organisationen in Syrien” in gegenseitiger Abstimmung und Solidarität zu handeln. Die Türkei hatte gegen den Widerstand Russlands mit Militäreinsätzen gegen kurdische Milizen Gebiete im Norden Syriens besetzt. 

Putin will Rücknahme der westlichen Sanktionen

Putin und Erdogan bekräftigten darüber hinaus ihre Bereitschaft zur Umsetzung eines kürzlich geschlossenen Abkommens zum Export von ukrainischem Getreide. Es sei die Notwendigkeit betont worden, “die vollständige Umsetzung des Paketabkommens sicherzustellen”, zitierten russische Agenturen aus einer gemeinsamen Erklärung der beiden Staatschefs.

Getreide aus der Ukraine

Kremlchef Putin fordert für die Freigabe von Getreide-Exporten aus der Ukraine Gegenleistungen

Vor zwei Wochen hatten sich Moskau und Kiew unter anderem unter türkischer Vermittlung auf ein Abkommen zur Freigabe von Getreide-Exporten geeinigt, die wegen Russlands Angriffskrieg monatelang in der Ukraine blockiert waren. Russland hat allerdings stets betont, es erwarte im Gegenzug eine Rücknahme westlicher Sanktionen, die seine eigenen Getreide-, Lebensmittel- und Düngerexporte indirekt betreffen. Das ist gemeint, wenn Moskau auf den so genannten Paket-Charakter des Abkommens pocht.

Über Kampfdrohnen wurde nicht gesprochen

Mit Spannung erwartet worden war vor allem, ob Putin und Erdogan über einen möglichen Erwerb von türkischen Kampfdrohnen durch Russland sprechen würden. Im Zuge seines Kriegs gegen die Ukraine hatte Moskau zuletzt Interesse an den Waffen vom Typ Bayraktar TB2 geäußert. Am Abend hieß es jedoch von Journalisten der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti, die beiden Präsidenten hätten das Thema nicht angesprochen.

nob/gri (rtr, afp, dpa)